Ein Brennen, ein Ziehen und dann nur tröpfchenweise Harn sind die ersten Anzeichen eines Harnwegsinfekts. Jeder Zweite hat einmal in seinem Leben einen solchen Infekt, rund 5% der Frauen leiden unter rezidivierenden Infekten. Diese sind dann gegeben, wenn zumindest ein zweiter Infekt innerhalb von 6 Monaten auftritt oder drei Infekte innerhalb von einem Jahr.

Eine Blasenentzündung wird hauptsächlich von Bakterien verursacht, weshalb eine Antibiotika-Therapie naheliegend ist. Bei leichten Blutbeimengungen des Urins, Fieber und/oder Flankenschmerzen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch immer wiederkehrende Infekte sollten sie mit dem Urologen besprechen – neben einer Reizblase kann auch ein Blasentumor derartige Symptome verursachen! Zur klassischen Antibiotikagabe sind begleitende Maßnahmen extrem wichtig um den Harnwegsinfekt rasch in den Griff zu bekommen und die Anlagerung der Bakterien in tieferen Schichten zu verhindern. Abgesehen davon steigt die Zahl an Resistenzen, das heißt, dass die Bakterien sich adaptieren und Antibiotika als Therapie nicht mehr greifen. Deshalb raten Ärzte bei unkomplizierten Harnwegsinfekten (ohne Fieber, Risikofaktoren und begleitenden Erkrankungen) zunächst auf Alternativen aus dem phytotherapeutischen Bereich zu greifen.

Die wichtigsten Maßnahmen sind Wärme und viel trinken! Nur dann werden die Harnwege gut gespült und Bakterien ausgeschwemmt. Bestimmte Arzneipflanzen erhöhen die Spülkraft der getrunkenen Flüssigkeit, so zum Beispiel die Goldrute, welche auch gerne als Kombinationspräparat angewendet wird. Dies macht Sinn, denn zusätzlich zur antibakteriellen und spülenden Wirkung der Goldrute kann auch der antientzündliche und krampflösende Effekt verstärkt werden. Ebenso kann ein Wickel aus der Aromatherapie helfen. Hierfür werden ätherische Öle verwendet, welche mittels Aromatogramm auf ihre Wirkung getestet werden und dann in verdünnter Form in einem Basisöl auf ein Leinentuch aufgebracht werden. In Folge legen Sie dieses auf den Unterbauch und wickelt es mit einer Wärmflasche an. Als besonders starkes Trio im Harnwegsinfekte gilt Teebaumöl, Thymian und Lavendelöl.

Ergänzend zu einer Antibiotikatherapie werden neuesten Studien zufolge D-Mannose gaben empfohlen. Dieser Einfachzucker wird nicht verstoffwechselt und über die Nieren ausgeschieden. Im Harn heftet er sich an vorhandene Bakterien und verhindert so die Anlagerung an die Blasenwand. Dies führt zu einer gesteigerten Ausscheidung der Keime und der Körper wird zur Abwehr der verbleibenden Bakterien entlastet.

Auch Preiselbeeren enthalten keimhemmende Inhaltsstoffe. Sie sind bei immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten lässt sich die Einnahme von Preiselbeersaft  empfehlen: zwei Mal täglich 1/8 l Preiselbeersaft auf etwa 200 ml Wasser verdünnen und trinken. Diese Kur hat sich besonders gut während oder nach einer Therapie mit Antibiotika bewährt, um die Schleimhaut der Blase zu stärken!

Die beste Methode ist Harnwegsinfekte zu behandeln ist es jedoch noch immer Ihnen  vorzubeugen.

  • viel Trinken (außer bei Herzproblemen, da durch das erhöhte Flüssigkeitsvolumen es zu Schwellungen kommen kann)
  • Schützen Sie sich vor Unterkühlung (z.B. nasse Badesachen sofort gegen trockene tauschen, Leiberl bis zum Gesäß, Pulli um die Hüften binden, bei kaltem Boden Schlapfen anziehen)
  • Keine Intimsprays oder Seife zur Intimhygiene benutzen, da sie den Säureschutzmantel zusätzlich angreifen.
  • Baumwollunterwäsche trotz Slipeinlagen täglich wechseln
  • Bei Harndrang sofort zur Toilette gehen und nicht „Verkneifen".