Halsschmerzen sind mehr als unangenehm - schlucken wir doch täglich zwischen 1500 und 2000 mal. Dennoch nicht schlimm, wenn Sie rasch reagieren. Rund 80% dieser Infekte beruhen auf Viren und können durch einfache Maßnahmen in Griff gebracht werden.

Antibiotische Lutschpastillen sind hier allerdings nicht zielführend, sie fördern nur die Resistenzbildung von Bakterien. Einerseits wirken sie nicht antiviral andererseits werden gegen Bakterien zu geringe Konzentrationen erreicht um den Infekt zu bekämpfen und schädigen durch Schlucken des Wirkstoffs die Darmflora. Lokalanästhetika und Antiseptika können auch Reizreaktionen auslösen.

Trinken Sie besser viel Kräutertee. Bereits die Wärme des Tees regt die Durchblutung an, während Kräuter wie zum Beispiel Salbei keimtötend und entzündungshemmend wirken. Tagsüber sollten Sie ergänzend die Schleimhäute durch lutschen von schleimfördernden Halspastillen befeuchten. Optimal sind hier jene mit Eibisch,  Isländisch Moos oder auch die klassischen Salzpastillen. Durch den entstehenden dünnen Schleimfilm können sich nämlich keine Bakterien anheften und ein Zweitinfekt wird verhindert. Bei Stimmband-problemen oder Kehlkopfentzündung tun Wickel gut. Einfach drei warme Kartoffel zerstampfen, in ein Tuch schlagen und um den Hals Wickeln. Achten Sie darauf, dass die Brei-Auflage nicht zu heiß ist und sich nur im vorderen Bereich des Halses befindet. Rasch nehmen Sie die wohltuende Linderung wahr.

Gurgeln hilft nur, wenn Sie dies länger tun. Die Faustregel heißt 30 bis 60 Sekunden. Hier können Sie mit Salbeitee mit Gewürznelken arbeiten, da diese einen schmerzlindernden antibakteriellen Effekt haben. Gurgeln allein reicht allerdings nicht aus, da die Gaumenmandeln und hintere Rachenwand nicht erreicht werden.

Beim Inhalieren erreichen Sie hingegen auch die tieferen Bereiche der Atemwege. Wer die Schüsselmethoden nicht mag, kann auf die praktischen Inhaliervorrichtungen aus der Apotheke greifen. Nehmen Sie zum Inhalieren Salzwasser oder Tees, denn reines ätherisches Öl verdunstet zu rasch und reizt die Schleimhäute. 

Altbewährt ist auch Apfelkren mit Honig. Denn Kren enthält keimtötende Senfölglycoside, regt die Durchblutung an und aktiviert so die Abwehrzellen. Dazu mischt man einen fein geriebenen Apfel mit 2 El frisch gerissenem Kren, gibt noch ein wenig Honig bei und isst halbstündlich einen Kaffeelöffel voll. Dazwischen einen Thymian – Salbeitee mit viel Zitrone und Honig gesüßt schluckweise getrunken hilft fast immer.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass sich in überheizten schlecht gelüfteten Räumen Schnupfen und Grippeviren besonders leicht ausbreiten und andererseits die Schleimhäute bei geringer Luftfeuchtigkeit infektionsanfälliger sind. Deshalb sollten wir auf ein gutes Raumklima achten und nach Möglichkeit die Luftfeuchtigkeit auf  50 – 60% halten. Dazu braucht man keineswegs teure Wasserverdunster sondern kann dies mit einfachen Dingen leicht erreichen und regulieren. So verbessern Zimmerbrunnen zum Beispiel nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern binden auch Reizstoffe wie Hausstaub aus der Luft. Bewährt hat sich auch, dem Wasser einige Tropfen ätherisches Öl hinzuzufügen. Dieses sorgt nicht nur für guten Duft, sondern hat auch positive Wirkung auf den Allgemeinzustand. Bei beginnendem Schnupfen oder Husten hilft zur Verbesserung der Raumluft je 1 Tropfen einer Mischung aus Eukalyptus-, Thymian- und Lavendelöl in eine Schale heißes Wasser, welches man auf den Heizkörper stellt, oder eine Duftlampe zu geben.