Die Milch kommt immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Aufsehen erregt vor allem eine schwedische Langzeitstudie, in welcher durch einen Konsum von drei und mehr Gläsern Milch pro Tag die Sterblichkeit erhöht und auch die Osteoporosewerte nicht verbessert werden sollen.

Als Verursacher hierfür wird ein Bestandteil des Milchzuckers gesehen – Galaktose, welche verstärkt Entzündungsreaktionen verursachen soll. Fermentierte Produkte wie Joghurt oder Käse enthalten weniger Milchzucker und werden deshalb nicht so kritisch gesehen. Aus der Studie gehen allerdings keine weiteren Risikofaktoren wie Übergewicht etc. hervor, sondern werden lediglich Milchkonsum, Knochenbrüche und Sterblichkeit zueinander in Korrelation gestellt.

Vollmilch hat grundsätzlich recht positive Inhaltsstoffe. Neben Calcium auch eine gehörige Portion an B-Vitaminen, sowie sechs der acht essentiellen Aminosäuren. Allerdings sollte Milch eher als Nahrungsmittel denn als Getränk gesehen werden, da sie doch einiges an Kalorien mit sich bringt (64kcal/100ml). Durch das Pasteurisieren kommt es auf Grund der hohen Temperaturen zu einem Verlust an Vitaminen gegenüber Rohmilch. Bei Frischmilch (ca. 6 Tage haltbar) beträgt der Verlust 10%, bei der länger haltbaren ESL-Milch bedeutet das Erhitzen hingegen 15% und bei Haltbarmilch sogar 20% weniger Vitamine. Daher sollte man möglichst zu Frischmilch greifen.

In der TCM sehen wir Milch als kühlendes Yin-Tonikum, weshalb sie auch zur Befeuchtung dient und  so manchen Schlaflosen wieder zur Ruhe bringt. Allerdings sollten Milch und Milchprodukte nicht im Übermaß konsumiert werden.  Milch enthält Lactose, welche auch als Schleimzucker bezeichnet wird. In Österreich können ca. 25% der Bevölkerung diesen nicht oder nicht ausreichend verstoffwechseln. Das früher Lactoseintoleranz kaum existent war liegt neben feineren Untersuchungsmethoden sicher auch an dem geänderten Ernährungsverhalten. Wir konsumieren weit mehr Milchprodukte als früher, ebenso wird Lactose gerne als technischer Hilfsstoff Lebensmitteln zugesetzt. Wir nehmen daher weit mehr Lactose zu uns als unser Darm verstoffwechseln kann. Die Folge aufgeblähter Bauch, breiiger bis flüssiger Stuhlgang, Müdigkeit, Abgeschlagenheit etc... Wer nun glaubt auf Schafmilch oder Ziegenmilch umzusteigen irrt. Denn diese enthalten ebenso viel Lactose wie Kuhmilch.

Doch auch bei Milchersatzprodukten sollte man genauer hinsehen. Viele vertragen zum Beispiel Sojamilch nicht, da das Eiweiß der Sojabohne ein Allergen ist. Bei Kokosmilch ist es gut sich die Zutatenliste anzusehen. Häufig wird ein Emulgator zugesetzt, damit sich das Fett nicht vom Kokoswasser absetzt. Dieses Polysorbat 60 (E435)  wird auch in der Kosmetikindustrie verwendet und kann auf Darmschleimhäute unter Umständen reizend wirken.

Das heißt, der beste Umgang mit Milch und Milchprodukten ist ein bewusster. Die Faustregel 1x pro Tag ein Glas Milch oder ein Milchprodukt ist hier sicher hilfreich.
Morgens Kakao und Müsli mit Joghurt, mittags Pizza und abends Käsebrot wären wohl ein Überangebot, das niemandem gut tut.